Ahnen der Familie RIESNER

Will man der Überlieferung folgen, kamen die Siedler im Adlergebirge u.a. aus Tirol.

Vermutlich [2] waren 3 Brüder oder Vettern, Michael, Mathias und Georg RISER [3], aus dem Zillertal (Zell) um 1566 dem Aufruf als „Holzknechte“ nach Schwaz gefolgt, um von dort als Waldarbeiter ins Riesengebirge (Krkonoše) zu gehen und an der Aupa (Úpa) Holz zu schlagen für die Silbergruben bei Kuttenberg. Da das dort geschlagene Holz nicht mehr den Ansprüchen genügte, wurden viele dieser Waldarbeiter 1575/1576 auf das kaiserliche Montangut im Adlergebirge (Orlické hory) umgesetzt: 

 

  • Georg Ryzner begründete in Auerschim (Uhřínov) die Solnitzer Linie (Solnice), deren Nachkommen noch eine Karpatendeutsche Linie bilden, die bis heute in der Slowakei und in Ungarn existiert.
  • Mathias Rießner begründete die Bieleier Linie (Bela), die 1729 in männlicher Linie erloschen ist.
  • Michal Ryzner erscheint 1580 im Urbar von Sattel (Sedloňov), er begründet in Stiebnitz (Zdobnice) und Ritschka (Říčky v Orlických horách) die Stiebnitzer Linie, deren Nachkommen bis heute in Deutschland, Europa und Übersee leben.

 

Aus der Stiebnitzer Linie begründete durch Heirat Hans Christoph Rißner (1711-1772) mit seinen Söhnen fünf Erlitztaler Linien:

  • Franz Joseph (1733-1803) von Trtschkadorf die Josephinische Linie
  • Johannes Christoph (1740-1816) von Friedrichswald die Johanneische Linie
  • Johannes Anton (1747-1832) von Friedrichswald die Antoninische Linie
  • Leopold (1750-1831) von Friedrichswald die Leopoldinische Linie
  • Franz Ignaz (1753-1840) von Friedrichswald die Franziszeische Linie

 

Durch Heiraten „vo hieba on drieba“ finden sich RIESNER auch in verschiedenen Orten der Grafschaft Glatz bis zur Vertreibung 1945/1946.

 

Zur Schreibung des Familiennamens

 

Die Schreibung nach Gehör war bis Ende des 19. Jahrhunderts üblich. 

In den ersten Aufzeichnungen [4] erscheinen von (alt-tschechisch) Ryznar/Ryzner über Rüßner bis Risner/Rißner/Rießner.

Nach 1787 kommt es sogar – sicher aufgrund dialektaler Färbung - auf der preußischen Seite mitunter zur Schreibung RÖSNER.

 

Erst die I. (1876) und II. (1901) Orthographische Konferenz sowie das Personenstandsgesetz in Preußen von 1874 brachten eine einigermaßen korrekt nachfolgende Schreibung.

 

Im Zuge von Flucht und Vertreibung 1945/1946 und dadurch mitunter Verlust von Dokumenten gibt es zum Teil Schreibungen aufgrund eidesstattlicher Erklärungen.


[1] Aus: Riesner, C.: Sozialgeschichte der Familie Riesner aus Tirol/Salzburg, dem Adlergebirge und der Grafschaft Glatz (unveröffentlicht)

[2] Forschungsstand 2020

[3] Weitere Brüder/Vettern lebten in Unter Hainzenberg, Mayrhofen, Pramberg (Brandberg).

[4] Vgl. Untertanenverzeichnis 1651 und Berni Rula/Glatzer Steuerrolle 1653